deine rolle als begleiter

Deine Rolle als Begleiter

Deine Rolle als Begleiter ist dynamisch und wird mit jedem zurückgelegten Kilometer wachsen. Es ist eine Entwicklung für dich und den jungen Fahrer gleichermaßen.

„Für die Welt bist du irgendjemand, aber für irgendjemand bist du die Welt“

>Erich Fried / Britisch-österreichischer Schriftsteller<

Als Begleiter sitzt du meistens auf dem Beifahrersitz und damit neben dem Fahranfänger. Mit dir an seiner Seite, fühlt sich der junge Fahrer bestärkt und sicher.
Mit deiner langjährigen Erfahrung, kannst du die Schwächen und Verunsicherungen des jungen Fahrers, gut kompensieren. Die Impulse während der Begleitzeit werden noch Jahre später nachwirken. Seite an Seite verbringt ihr sehr viel Zeit miteinander und arbeitet gemeinsam am Ziel von mehr Sicherheit. Für deinen souveränen Auftritt als Begleiter, will ich dir ein paar förderliche Hinweise geben.

Deine Rolle als Begleiter ist sehr facettenreich und spannend

Du fühlst dich in deiner Rolle wohl
Du wirst automatisch mehr Kompetenz und Ruhe ausstrahlen, wenn du über alle wichtigen Aspekte des BF 17 informiert bist und deine tragende Rolle verstanden hast. Gib auch dir Zeit, in diese Rolle zu wachsen.

Du strahlst Sicherheit über deine ruhige Art und langjährige Erfahrung aus
Der junge Fahrer neben dir, steht bzw. sitzt aufgrund der Unerfahrenheit und Neugierde, unter Strom. Alle Abläufe und Handlungen sind noch wohl überlegt und verlangen seiner Konzentration alles ab. Alleine durch deine ruhige Ausstrahlung und Zuversicht, kannst du eine Sicherheit vermitteln. Gib dem jungen Fahrer zu verstehen, dass du jederzeit beratend zu Seite stehst und zudem viele hilfreiche Tipps geben kannst.

Du gibst deine Erfahrungen mit ruhiger und angenehmer Sprache weiter
Der junge Fahrer, will von deiner Erfahrungen profitieren und du willst, dass deine Informationen auch verstanden werden. Das setzt eure Aufmerksamkeit, die portionierte Informationsvermittlung und eine ansprechende Formulierung voraus. Fühle dich bitte nicht genötigt, innerhalb kürzester Zeit, so viele Informationen wie möglich zu geben. Dadurch würde der leicht überforderte Fahranfänger, nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch den Bezug einer Information zur entsprechenden Situation, verlieren.
Der Ton die Musik! Wenn du Ruhe vermitteln willst, spreche besser auch ruhig. Wichtige Informationen sollten auch besonders betont werden und nicht in einem Endlossatz mit eingeflochten werden. So findest du nicht nur Gehör, sondern erhältst auch die Aufmerksamkeit für das Gesagte. Deine Rolle als Begleiter ist tendenziell wortkarg aber ausdrucksstark.

Du verstehst die Sprache als dein mächtigstes Werkzeug
Greife bitte niemals aktiv, während des Fahrbetriebes, ein. Du berätst, informierst, motivierst und korrigierst mit Worten. Nutze in schwierigen Situationen deine Erfahrung und Weitsicht um bereits im Vorfeld riskante Situationen schnell einzuschätzen und den jungen Fahrer frühzeitig zu warnen.

Du hast ein situatives Gespür für Lob und Anmerkungen
Lobe viel, um dadurch das Selbstvertrauen des Fahranfängers nachhaltig zu fördern. Den größten Erfolg erzielst du, indem souverän gemeisterte Situationen oder Aufgaben direkt mit einem Lob gewürdigt werden. Lass aber bitte keine überschwängliche Lobrede daraus entstehen. Du solltest jedoch auch nicht jede Banalität zum Anlass eines Lobes heranziehen. Sonst verpufft der Effekt von Stolz und Selbstvertrauen sehr schnell.

Du gibst Feedback
Analysiere und bespreche kritische Situationen oder erkannte Defizite immer offen, sachlich und konstruktiv, bei einem Nachgespräch. Wir reagieren bei Stress sehr unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von Verunsicherung, Angst, und Wut, bis hin zur persönlichen Enttäuschung. Eine unmittelbare Belehrung wäre nicht sonderlich zielführend, da die Emotionen noch zu dominant wären. Förderlich hingegen ist eine objektive Betrachtung und Beurteilung beider Seiten. Das zielführende Feedback-Gespräch kann folgendermaßen aussehen:

• Lass den jungen Fahrer ein kurzes Resümee über den Praxistag geben
• Wo lagen die Unsicherheiten?
• Was genau war daran so schwierig?
• Gemeinsam Wege erarbeiten, wie solche Situationen bewältigt oder verhindert werden können!
• Was hat dem jungen Fahrer am besten gefallen?
• Was hat dir am besten gefallen!
• Was steht für die nächste Fahrt an!
• positive Entwicklung anmerken! (Wahrnehmung, Fahrzeugführung,..)

Beende auf jeden Fall das Gespräch mit einer positiven Anmerkung und einem Ausblick auf das Kommende. Gebe den Lösungsansätzen dreimal so viel Raum wie den Problemdefinitionen.

Du konzentrierst dich auf Tipps und Hinweise statt Befehle und Tadel
No body is perfect! Deine Rolle als Begleiter, gleicht dem eines Freundes. Kein guter Freund ist ständig daran zu kritisieren. Lass den jungen Fahrer bzw. dein Kind an deiner Erfahrung teilhaben. Sollte jedoch eine Situation nach einer gezielten Ermahnung verlangen, verbinde sie unbedingt mit einer Erklärung sowie mindestens einem praxisgerechten Lösungs- oder Verbesserungsvorschlag.

Du handelst selbst nach den gegebenen Tipps
Die eigene Umsetzung des gesagten ist das beste Mittel seine Glaubwürdigkeit zu untermauern. Es ist äußerst schwierig mit Erfolg eine Handlung einzufordern ohne diese selbst umzusetzen. Bleib authentisch und versuch dich nicht mustergültig zu verkaufen. Wir alle haben Ecken und Kanten.

Du bleibst in Konflikt- und Stresssituationen souverän und vermittelst dadurch Sicherheit
Selbstverständlich ist das ganz von der jeweiligen Situation und deinem Nervenkostüm abhängig. Entscheidend ist hierbei eher, dass du es schaffst nach einem solchen Moment der Anspannung, wieder auf „Anfang“ zu schalten. Sonst würden sich bei der nächsten Konfliktsituation die Emotionen aufschaukeln und der nächste kleine Auslöser in einem handfesten Streit enden. Oftmals hilft eine gezielte Pause um sich wieder zu sammeln. Unsere Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit kommt schnell an ihre Grenzen, da sollten wir sie bewusst und vor allem sinnvoll einsetzen. Wertschätze deine Rolle als Begleiter, es ist eine Tragende.

Viel Spaß beim erfahren

Leave A Response

* Denotes Required Field